In Tennessee hat eine zum Tode verurteilte Frau ihre eigene Hinrichtung überlebt. Der Fall entfacht die Debatte über die Todesstrafe in den USA neu. Unsere Korrespondetin zu den Hintergründen.
Christa Pike hätte Ende September in den USA hingerichtet werden sollen. Die 50-Jährige war 1996 in Tennessee wegen Mordes zum Tode verurteilt worden. Fast drei Jahrzehnte nach dem Urteil sollte es zur Vollstreckung kommen. Doch diese lief nicht nach Plan.
Zwar injizierte man Pike zwei Dosen des tödlichen Medikaments, doch ihr Herz hörte nicht auf zu schlagen. Inzwischen ist sie wieder bei Bewusstsein.
Die Folgen sind unmittelbar: Gouverneur Lee ordnete eine Untersuchung an und setzte weitere Hinrichtungen aus. Pikes Verteidigung fordert, die Strafe in eine lebenslange Freiheitsstrafe umzuwandeln. Ob es einen zweiten Hinrichtungsversuch geben wird, ist offen.
Der Fall ereignet sich in einem Land, in dem die Zahl der Hinrichtungen zuletzt wieder zugenommen hat. Das Pentagon plant derzeit sogar, die Hinrichtung eines zum Tode verurteilten Attentäters live zu übertragen. Gleichzeitig sinkt die Zustimmung zur Todesstrafe in der Bevölkerung gemäss Umfragen, besonders bei jungen Menschen.
Was könnte der Fall längerfristig für die USA bedeuten? Wird jetzt die Todesstrafe als solche infrage gestellt – oder «nur» die gescheiterte Giftspritze? Und wie geht es für Christa Pike weiter?
USA-Korrespondentin Charlotte Walser ordnet die misslungene Hinrichtung von Christa Pike und ihre Folgen ein. Sie ist zu Gast in einer neuen Folge des täglichen Podcasts «Apropos».
Host: Alexandra Aregger
Produzentin: Jacky Wechsler
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