Mit 15 Jahren lebte er auf der Strasse, von seiner Mutter verlassen. Lukas Bärfuss erzählt in seinem neuen Buch schonungslos über seine Kindheit und die Mutter, die ihn nie liebte. Und übt scharfe Kritik an der Schweiz.
«Königin der Nacht. Ein kurzes Buch über meine Mutter», so heisst das neue Werk von Lukas Bärfuss, einem der bedeutendsten Schweizer Schriftsteller und Dramatiker. Darin verarbeitet er die schwierige Beziehung zu seiner Mutter.
Sie nannte ihren Sohn einen «Betriebsunfall», ein Ärgernis. Sie vernachlässigte ihn und liess ihn schliesslich völlig allein: Mit 15 lebte Lukas Bärfuss auf der Strasse und schlief zwischen Kartonschachteln.
Bärfuss verknüpft in seiner Arbeit vielfach die eigene Geschichte mit sozialkritischen Elementen – so auch in diesem Werk. Neben seiner eigenen Vergangenheit thematisiert er den Umgang der Schweizer Behörden mit mittellosen Menschen.
Literaturredaktorin Nora Zukker findet, «Königin der Nacht» sei «ein harter, ein roher und ein unglaublich naher Bericht aus dem Inneren seiner Kindheit in Armut». In einer neuen Folge des täglichen Podcasts «Apropos» gibt sie Einblicke in das neue Werk und ordnet dessen Bedeutung ein.
Host: Philipp Loser
Produzentin und Sprecherin: Jacky Wechsler
Hier den Text von Nora Zukker lesen
Schriftsteller, Dramatiker und Publizist: Lukas Bärfuss