Ein Kantilehrer pflegte monatelang engen Kontakt zu einer minderjährigen Schülerin. Zu eng, finden die Eltern. Wieviel Nähe zwischen Lehrern und Schülern ist zu viel? Unsere Reporterinnen haben den Fall aufgearbeitet.
Über 3000 Whatsapp-Nachrichten, späte Anrufe und Treffen ausserhalb der Schulzeiten: Monatelang pflegte ein Zürcher Kantilehrer einen engen Kontakt zu Sina (Name geändert) – einer minderjährigen Schülerin. Als Sinas Eltern davon erfahren, melden sie den Fall umgehend der Schulleitung und erstatten Strafanzeige. Wochen später und auf Druck des Anwalts der Eltern wird der Lehrer inklusive Arealverbot vorläufig freigestellt. Inzwischen darf er das Schulareal wieder betreten. Für die Eltern ist klar: Die Schule hat viel zu zögerlich reagiert.
Derzeit prüft eine Strafverfolgungsbehörde, ob ein Straftatbestand vorliegt. Es gilt die Unschuldsvermutung.
Catherine Boss und Anielle Peterhans vom Tamedia-Recherchedesk haben den Fall aufgearbeitet. Ihnen lagen auch die 188 A4-Seiten mit Whatsapp-Verläufen vor. Explizite sexuelle Inhalte finden sich darin nicht.
Trotzdem oder gerade deshalb stellen sich schwierige Fragen: Wann überschreitet ein Lehrer oder eine Lehrerin eine Grenze? Wie können Eltern oder die Schule darauf reagieren? Und welche Warnsignale beim eigenen Kind gilt es ernstzunehmen?
In der neusten Folge des täglichen Podcasts «Apropos» rollen Catherine Boss und Anielle Peterhans den ganzen Fall auf.
Host: Alexandra Aregger
Produzentin: Jacky Wechsler
Die ganze Recherche zum Fall: