Millionen Deutsche durchforsten online die Mitgliederkarteien der NSDAP nach Verwandten. Warum die Aufarbeitung der NS-Zeit gerade jetzt beschäftigt.
«War Ihr Opa in der SS?», «Wer war in der Nazi-Partei?» und «Waren Ihr Vater, Ihre Grossmutter oder Ihr Ur-Opa in der NSDAP?» titeln deutsche Medien. Diverse Nachrichtenportale veröffentlichten kürzlich Artikel mit Online-Tools, in welchen man die Mitgliederkarteien der NSDAP durchsuchen kann.
Die Tools stossen seither auf enormes Interesse. Deutsche suchen in den Karteien nach ihren Verwandten, recherchieren ihre eigene Familiengeschichte und studieren historische Dokumente.
Bis 1945 traten etwa 8,5 Millionen Deutsche der NSDAP bei und unterstützten direkt oder indirekt das NS-Regime. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges versuchten viele, ihre Schuld zu verdrängen – und schwiegen. Nun scheint es, kommt Bewegung in die Aufarbeitung der NS-Diktatur.
Warum geschieht das gerade jetzt? Wer ist in diesen Mitgliederkarteien alles erfasst? Und wie tiefgreifend war die deutsche Erinnerungskultur bisher?
Deutschland-Korrespondent Simon Widmer hat sich mit den NSDAP-Mitgliedkarteien und der NS-Aufarbeitung auseinandergesetzt. In einer neuen Folge des täglichen Podcasts «Apropos» berichtet er von seinen Erkenntnissen und Begegnungen.
Host: Philipp Loser
Produzentin: Jacky Wechsler
Die Texte von Simon Widmer über die Aufarbeitung des Nationalsozialismus