Nationalsozialisten machten Menschen, die nicht in ihr reines Rassenbild passten, gegen ihren Willen unfruchtbar. Erst jetzt wird klar: Davon waren auch Schweizerinnen betroffen.
Es ist eines von vielen dunklen Kapiteln in der Geschichte des Nationalsozialismus: Um ihre «Rassenhygiene» zu erhalten, sollten sich nur «gesunde» Menschen fortpflanzen dürfen. Wer diesem Bild nicht entsprach, wurde von den Nationalsozialisten im Dritten Reich zwangssterilisiert.
Dank der Basler Historikerin Sophie Küsterling wird jetzt bekannt, dass es dabei auch Schweizer Opfer gegeben hat. Die meisten von ihnen waren Frauen. Küsterling hat ihre Geschichte wissenschaftlich aufgearbeitet – und dabei herausgefunden: Die Schweizer Behörden haben nicht viel dagegen unternommen und den Betroffenen nur sehr selektiv geholfen.
Warum blieb das so lange im Verborgenen? Wer ist damals Opfer solcher Zwangssterilisierungen geworden? Und warum haben die Schweizer Behörden in vielen Fällen weggeschaut?
Unser Romandie-Korrespondent Benno Tuchschmid hat bereits ein Buch über Schweizer KZ-Häftlinge geschrieben. Jetzt hat er sich mit Sophie Küsterling über ihre neue Forschung unterhalten – und erzählt davon in einer neuen Folge des täglichen Podcasts «Apropos».
Host: Alexandra Aregger
Produzent: Tobias Holzer
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